{"id":27729,"date":"2026-05-05T18:02:55","date_gmt":"2026-05-05T16:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/hebelbund.de\/?p=27729"},"modified":"2026-05-05T18:13:39","modified_gmt":"2026-05-05T16:13:39","slug":"erwin-messmer-heisst-der-hebeldank-traeger-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hebelbund.de\/?p=27729","title":{"rendered":"Erwin Messmer hei\u00dft der Hebeldank-Tr\u00e4ger 2026"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schweizer Autor und Organist Erwin Messmer ist mit dem Hebeldank des Hebelbunds ausgezeichnet worden. \u201eExistenzielle Fragen wie der Tod, der nahestehenden Menschen wie der eigene, werden in eindr\u00fccklichen Bildern aufgeworfen\u201c, sagte Volker Habermaier, Pr\u00e4sident des Hebelbunds, in seiner Laudatio auf den Autor, der in Sankt Galler Mundart und in Hochdeutsch schreibt. Humor sei der Grundtenor vieler Texte Messmers. \u201eHumor hier nicht im platten Sinne\u00a0\u00a0 verstanden\u201c, so Habermaier. Messmer verstehe ihn vielmehr im Sinne des deutschen Dichters Jean Paul (1763 bis 1825) als das umgekehrte Erhabene. Einen Gastrosophen nannte Volker Habermaier zudem, denn er umkreise in seinen Gedichten und Prosast\u00fccken das Thema des Essens, Trinkens und Genie\u00dfens.<\/p>\n<figure id=\"attachment_27734\" aria-describedby=\"caption-attachment-27734\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-27734\" src=\"https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824-1024x597.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824-1024x597.jpg 1024w, https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824-300x175.jpg 300w, https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824-768x448.jpg 768w, https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824-1536x895.jpg 1536w, https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Hebeldank-26-scaled-e1777997302824-2048x1194.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-27734\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Annemarie R\u00f6sch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erwin Messmer bedankte sich f\u00fcr die \u201eEhre des Preises\u201c, der an den gro\u00dfen Dichter Johann Peter Hebel erinnert. Dieser ist am 22. September vor 200 Jahren in Schwetzingen gestorben. Die Dichtung Hebels und die g\u00f6ttliche Musik des Komponisten und Pianisten Franz Liszt (1811 bis 1886) best\u00e4rkten ihn in dem utopischen Wunsch, dass die Gro\u00dfm\u00e4uler dieser Epoche neutralisiert werden k\u00f6nnten. Bei Hebel klinge Liebe, Zuversicht und Humor an. In seiner Dankesrede spielte er auf die aktuellen Kriege an. Erwin Messmer beklagte die Brutalit\u00e4t des Menschen, die zerst\u00f6rerischen Instinkte und den stupiden Furor. Er komme nicht umhin, einen Seufzer \u00fcber die heutige Zeit auszusto\u00dfen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Bedeutung des Belchens f\u00fcr Johann Peter und seine Dichtung hob Festredner Thomas Schmidt in seinem Vortrag zu Hebels Orten hervor. Der Germanist leitet das Deutsche Literaturarchiv Marbach und ist Honorarprofessor der Universit\u00e4t Heidelberg. Was ungew\u00f6hnlich war f\u00fcr die damalige Zeit: Hebel unternahm zusammen mit seinem Freund Wilhelm Hitzig im Jahr 1791 eine Wanderung durchs Wiesental auf den Blechen. Mehr als 30 Kilometer Fu\u00dfmarsch legten die beiden zur\u00fcck. Auch an der Ruine des R\u00f6ttler Schlosses kamen die beiden vorbei. Einst starb Hebels Mutter Ursula mit Blick auf die Ruine auf dem Weg von Basel nach Hausen. Der Alpinismus hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen. \u201eWer zu Hebels Zeiten wanderte, war entweder kriminell oder aber ein Handwerker\u201c, sagt Thomas Schmidt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Hebel blieb der Belchen ein Orientierungsort. Von einem \u201eWallfahrtsort\u201c spricht Thomas Schmidt. Der Berg spielt auch in Hebels Gedicht \u201eDie Verg\u00e4nglichkeit\u201c eine wichtige Rolle. Das \u00a0\u201eergreifendste\u201c von Hebels Gedichten nennt es Thomas Schmidt. Mit Blick auf das R\u00f6ttler Schloss entwickelt Hebel eine apokalyptische Untergangsvision. Der Belchen steht am Ende verkohlt da und der Vater sagt zu seinem Bub, man werde sagen, dass dies einmal der Blechen gewesen ist. Der Belchen bleibe also ein Orientierungspunkt in einer zerst\u00f6rten Welt, so Schmidt. Der Germanist arbeitet heraus, dass Hebel immer wieder \u2013 auch in anderen Gedichten \u2013 thematisiert, dass alles verg\u00e4nglich ist, alles flie\u00dft und nichts bleibt, wie es einmal war. In seinen Ortsnennungen habe Hebel gleichwohl versucht, sich mit aller Macht an die Welt zu binden, sein Herkunftsraum sollte von der Verg\u00e4nglichkeit bewahrt werden.<\/p>\n<p>Pr\u00e4lat Marc Witzenbacher nahm im Hebel-Gottesdienst in der frisch renovierten Stadtkirche Bezug auf eine Predigt Hebels aus dem Jahr 1802, die er typisch findet f\u00fcr die Glaubenshaltung des Theologen und Dichters. Damals predigte Hebel zu Kapitel 15 des Johannes-Evangeliums, Verse 1 bis 8: \u201eIch bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich k\u00f6nnt ihr nichts tun.\u201c\u00a0 Der Dichter habe damals die Gl\u00e4ubigen ermahnt, aus der Verbindung mit Jesus zu leben und nicht aus eigener Kraft. \u201eDie Rebe bringt keine Frucht hervor, weil sie sich anstrengt, sondern weil sie mit dem Weinstock verbunden ist\u201c, so Witzenbacher. Zusammen mit Gudrun Mauvais, Pfarrerin der Stadtkirche, hielt er den Hebel-Gottesdienst.<\/p>\n<p>\u201eHebel! Des isch f\u00fcr uns nit numme e Ma, wo Versli gmacht h\u00e4t und netti Gedichtli\u2026 Hebel isch Sehnsucht! So wotte mr sii. Z innerst inn gsammlet un z fride debii\u201c, zitierte Inge Hemberger, Vizepr\u00e4sidentin des Hebelbunds, die Rede des Dichters Gerhard Jung. 1974, als er den Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-W\u00fcrttemberg entgegennahm, hatte er diese gehalten. 2026 ist nicht nur ein Hebel-Jubil\u00e4ums-Jahr. Gerhard Jung w\u00e4re 100 Jahre alt geworden, erinnerte Inge Hemberger. Sie dankte auch Martina G\u00fcnther am Klavier f\u00fcr die musikalische Gestaltung des Hebel-Gottesdiensts. Gregor H\u00e4nssler umrahmte die Hebel-Dank-Verleihung mit Werken des Barockkomponisten Nicola Matteis und des Romantikers Heinrich Wilhelm Ernst.<\/p>\n<p>Gastgeber Jan Merk vom Dreil\u00e4ndermuseum machte deutlich, dass er den Hebelbund immer gerne in seinen R\u00e4umen empf\u00e4ngt. Er erinnerte daran, dass Hebel in dem historischen Geb\u00e4ude als Lehrer einige seiner sch\u00f6nsten Jahre verbracht hatte.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/hebelbund.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Erwin-Messmer-Hebeldank.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&gt;&gt; Bericht von Annemarie R\u00f6sch als PDF<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Schweizer Autor und Organist Erwin Messmer ist mit dem Hebeldank des Hebelbunds ausgezeichnet worden. \u201eExistenzielle Fragen wie der Tod, der nahestehenden Menschen wie der eigene, werden in eindr\u00fccklichen Bildern aufgeworfen\u201c, sagte Volker Habermaier, Pr\u00e4sident des Hebelbunds, in seiner Laudatio auf den Autor, der in Sankt Galler Mundart und in Hochdeutsch schreibt. 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