Hans-Jörg Renk wird mit dem Hebeldank des Hebelbunds ausgezeichnet

Der frühere Diplomat Hans-Jörg Renk aus Basel hat den diesjährigen Hebeldank des Hebelbunds erhalten. „Ich freue mich wahnsinnig über den Hebeldank“, sagte er bei der Preisverleihung am 4. Mai im Hebelsaal der Dreiländermuseums im Rahmen des Schatzkästleins. Lange Zeit sei er nicht überzeugt gewesen, ob er diesen Preis annehmen könne. „Es hat mich allerdings beruhigt, dass nach Bekanntwerden mir so viele Menschen gratuliert haben“, sagte er in Basler Mundart. Er habe sich immer mit Hebel sehr verbunden gefühlt. Er hob die Verdienste des Dichters auch als Diplomat hervor. So ist es Hebel zum Beispiel gelungen, die reformierte und die lutherische Kirche in Baden zusammenzuführen.

In seiner Laudatio betonte Volker Habermaier, der Präsident des Hebelbunds, dass man Hans-Jörg Renk bereits vor längerer Zeit den Preis verleihen wollte. Dieser habe sich aber nicht als würdig erachtet, den Preis entgegenzunehmen. „So kennen wir ihn“, sagte Habermaier.

Dabei hat Hans-Jörg Renk eine lange Liste an Verdiensten erworben, die ihn nicht allein des Hebeldanks würdig erscheinen lassen. So arbeitete der Historiker viele Jahre als Schweizer Diplomat. In dieser Funktion war er bei den Verhandlungen der KSZE in Helsinki zwischen 1973 und 1975 dabei. Während des Kalten Kriegs trugen diese maßgeblich zur Entspannung zwischen der Sowjetunion und der westlichen Welt bei. Dazu hat er ein Buch verfasst unter dem Titel „Der Weg der Schweiz nach Helsinki“.

Obwohl Hans-Jörg Renk in der großen Politik   unterwegs war, hat er seine Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Basel und dem Dreiländereck nie verloren. „Für uns ist Hans-Jörg Renk mit seinem Wirken für das kulturelle Leben des Dreilands Schweiz-Elsass-Baden verbunden“, betonte Volker Habermaier. Deshalb erhielt er nun den Hebeldank.

Hans-Jörg Renk war maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Dreyland-Dichterweg 2016 eingerichtet werden konnte. Zwischen Hüningen, Weil am Rhein und Basel gibt es 24 Tafeln, die darüber informieren, welche Dichter und Literaten im Dreiländereck gewirkt haben – und das in ihren jeweiligen Dialekten. Wie Volker Habermaier betonte, verstehe Renk den Dichterweg als gesellschaftspolitischen Fingerzeig. Sprache könne aus Sicht des früheren Diplomaten nur überleben, „wenn sie geschrieben wird und im öffentlichen Raum sichtbar ist“.

Für die Elsass-Freunde Basel engagiert sich Hans-Jörg Renk ebenfalls und ist bei Veranstaltungen als Moderator tätig. „Die Elsass-Gazette, eine der wirklich gut gemachten Zeitschriften unserer Region, war immer wieder auch ihm zu verdanken“, betonte Habermaier. Als weiteren Verdienst um das Dreiländereck und den Dialekt hob Habermaier die Initiative „Sprochrenner“ hervor. Damit möchte Hans-Jörg Renk einen Beitrag dazu leisten, die elsässische Kultur und Regionalsprache, die immer mehr durch das Französische verdrängt wird, zu erhalten.

Hans-Jörg Renk betonte in seiner Dankesrede, dass gerade der Dreyland-Dichterweg ein Musterbeispiel für die Zusammenarbeit zwischen der Zivilgesellschaft mit den Behörden in Frankreich, Deutschland und der Schweiz sei.

Seine Liebe zu Hebel verdankt Hans-Jörg Renk seinem Vater, der Schulleiter in Riehen war. „Die wunderschöne Sprache Hebels hat mich tief beeindruckt“, so Renk. Mit Blick auf das Weltkriegsende vor 80 Jahren erinnerte er an das Hebelfest am 10. Mai 1947 in Lörrach. Damals waren die Grenzen zum ersten Mal wieder auf. Viele Basler kamen, um gemeinsam mit den Lörrachern ihren gemeinsamen Dichter Hebel zu feiern. Viele brachten damals den notleidenden Nachbarn Lebensmittel mit. „Hebel hat jede Gewalt abgelehnt. Das war für mich ein Ansporn“, so Hans-Jörg Renk.

In seinem Festvortag sprach Alexander Honold, Professor für Germanistik an der Universität Basel, über die Kalendergeschichten Johann Peter Hebels. Dem Dichter sei es in den Geschichten darum gegangen, eine elementare Weltneugier zu kultivieren. Er habe zum Beispiel versucht den Menschen die Himmelskörper und das Sonnensystem zu erklären.

Das Geschwisterpaar Eva und Christian Isakow untermalten die Veranstaltung mit musikalischen Werken aus Hebels Zeit. Der Leiter des Dreiländermuseums, Jan Merk, hob hervor, dass Hebel in der überarbeiteten trinationalen Dauerausstellung einen bedeutenden Platz bekommen solle. Man arbeite da auch eng mit der Universität Basel zusammen. Der Hebelsaal war mit etwa 100 Besucherinnen und Besuchern aus dem Dreiland bis auf den letzten Platz besetzt.

Wie in jedem Jahr ging der Hebeldank-Verleihung ein Gottesdienst voraus—diese Mal in der alten Feuerwache, da die Kirche aktuell saniert wird. Der Zürcher Pfarrer Niklaus Peter betonte Hebels Warmherzigkeit, die aus vielen seiner Schriften spreche. Er habe in der damaligen Zeit ein liebevolles Bild etwa der Juden gezeichnet – obwohl damals in christlichen Kreisen Judenfeindschaft weit verbreitet war. Er habe gegen die Vorurteile angeschrieben, dass es Juden nur ums Geld gehe. Pfarrerin Gudrun Mauvais gestaltete die Liturgie – zum Teil im alemannischen Dialekt.

Hebelbund-Vizepräsidentin Inge Hemberger, in Markgräfler Tracht gekleidet, bedankte sich bei allen Beteiligten und überreichte Blumensträuße.

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„Schatzkästlein“

Liebe Hebel-Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

das jährliche „Schatzkästlein“ in Lörrach, der Festakt zum Geburtstag Johann Peter Hebels, wird in diesem Jahr – dem Gedenkjahr des 200. Todestages – am 26. April 2026 besonders festlich begangen:

  • Um 10:00 feiern wir einen Hebel-Gottesdienst mit Prälat Dr. Marc Witzenbacher und Pfarrerin Gudrun Mauvais in der renovierten Stadtkirche Lörrach
  • Um 11:30 beginnt der Festakt „Schatzkästlein“ im Dreiländermuseum Lörrach mit dem Festvortrag von Prof. Dr. Thomas Schmidt, dem Leiter der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg in Marbach am Neckar zum Thema „Hebels Orte“

Danach findet die Verleihung des Hebeldanks an den Berner Organisten und Schriftsteller Erwin Messmer statt.Wie Hebel auch schreibt er in Standardsprache und in Mundart. Häufig wurde er als „heiterer Melancholiker“ bezeichnet. Musikalisch wird der Festakt von dem aus der Region stammenden Geiger Gregor Hänssler mit Werken u.a. von Heinrich Wilhelm Ernst und Nicola Matteis gestaltet. Durch den Festakt führt der Präsident des Hebelbundes Lörrach Volker Habermaier, der auch die Laudatio hält.

  • Nach dem Festakt laden Dreiländermuseum und Hebelbund zu einem Apéro ein.
  • Der Eintritt ist wie immer beim Hebelbund frei; um eine angemessene Spende wird gebeten.

„Matinéen“, „Literarischen Begegnungen“ und „Mit Hebel unterwegs“ 2026

Im Gedenkjahr 2026 laden wir Hebelpreisträger des Landes wieder nach Lörrach ein.
Die „Literarischen Begegnungen“ finden jeweils um 17:00 im Dreiländermuseum statt:

So kommt es 2026 zu einer (Wieder-)Begegnung mit

  • 1. März 2026: Karl-Heinz Ott (Hebelpreis 2012)
  • 17. Mai 2026: Monika Helfer (Hebelpreis 2022) und Michael Köhlmeier (Hebelpreis 1988)
  • 27. September 2026: Arnold Stadler (Hebelpreis 2010)
  • 15. November 2026: Lukas Bärfuss (Hebelpreis 2016)

Außerdem finden wieder sonntägliche Matinéen
(11 Uhr) im Dreiländermuseum statt:

  • 14. Juni 2026: Uli Führe mit Liedern zu Texten von Hebel und anderen
  • 11. Oktober 2026: Thomas Weiß mit „Johann Peter Hebel. Der Heimatflüsterer“
  • 13. Dezember 2026: „Hebel Wirkungen“. Urs Faes, Markus Manfred Jung und Pierre Kretz (Hebelpreis 2024) lesen Texte von Hebel und antworten auf sie.
    Sebastian Mattmüller, Präsident der Basler Hebelstiftung, spricht ein Grußwort und steuert eine musikalische Überraschung bei  (Kooperation mit der Basler Hebelstiftung)

Vorankündigung: Eine Matinée zu Jonas Breitenstein, dem Pionier der Baselbieter Mundartliteratur, an dessen 150. Todestag wir 2027 erinnern, findet zu Beginn des Gedenkjahres statt. Als Referenten und Vortragenden haben wir Rémy Suter eingeladen. Sie werden über den Termin informiert.

Seit über einem Jahrzehnt ist es auch gute Tradition geworden, dass wir den jeweils aktuellen Preisträger / die jeweils aktuelle Preisträgerin im Jahr nach der Verleihung ins Dreiländermuseum einladen. Freuen Sie sich 2027 auf eine Begegnung mit Annette Pehnt.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei; um eine angemessene Spende wird gebeten. Einführende Worte spricht der Präsident des Hebelbundes Volker Habermaier.

Außerdem fahren wir in unserer Reihe „Mit Hebel unterwegs“ am 200. Todestag Hebels (26.09.2026) nach Schwetzingen und besuchen sein Grab. Nähere Informationen und Anmeldung bei hemberger.inge@gmail.com.

Hans-Jörg Renk erhält den Hebeldank 2025 des Hebelbundes Lörrach
Brückenbauer im Dreiland

Urheberin: Wiebke Steffen-Tiffert

Für seine vielfältige Tätigkeit als Vermittler zwischen der Schweiz, dem Elsass und Baden erhält der ehemalige Schweizer Diplomat Dr. Hans-Jörg Renk den diesjährigen Hebeldank des Hebelbundes Lörrach

Hans-Jörg Renk setzt sich seit vielen Jahren als Anreger und Organisator für kulturellen Austausch im Dreiland ein, im Besonderen im Rahmen der „Elsass-Freunde Basel“ auch für den Erhalt des Elsässer Deutsch. Hans-Jörg Renk charakterisiert die Arbeit der Elsass-Freunde so: „Interessant für uns ist das Elsass, weil wir eine gemeinsame Sprache haben, mit Nuancen. Wir sind auch mit dem südbadischen Raum eng verbunden. Wir sind ein echter trinationaler Verein.“

Damit wird Hans-Jörg Renk dem Erbe Johann Peter Hebels in außergewöhnlicher Weise gerecht: Hebel wurde ja in Basel geboren, wirkte in Baden und hatte vielfältige persönliche Beziehungen ins Elsass.

Der Hebeldank wird im Rahmen des „Schatzkästleins“, also der jährlichen Festversammlung des Hebelbundes Lörrach, am 4. Mai 2025, 11:30 im Dreiländermuseum Lörrach vom Präsidenten des Hebelbundes Volker Habermaier überreicht.

Den Festvortrag beim „Schatzkästlein“ hält in diesem Jahr Prof. Dr. Alexander Honold von der Universität Basel zum Thema „Kalendergeschichte(n). Hebel und die Folgen“.

Literarischen Begegnungen

 

Dr. Hans Mehlin, Foto: Jenny Plieske

‚Die Hotzenwälder Anna in Lörrach‘ im Dreiländermuseum Lesung von Hans Mehlin bei den ‚Literarischen Begegnungen‘ des Hebelbundes

Lörrach. Am Sonntag, 10. November lädt der Hebelbund Lörrach um 17 Uhr zur nächsten Ausgabe seiner Reihe ‚Literarische Begegnungen‘ ins Dreiländermuseum ein. Der in der Region bestens bekannte Autor und Lokalhistoriker Dr. Hans Mehlin stellt im Hebelsaal das Leben der ‚Hotzenwälder Anna‘ vor. Die Zeitgeschichte verdichtet sich in persönlichen Lebensgeschichten, hier in einer Schwarzwälder Familiensaga: Der Autor aus Herrischried erzählt in seiner Trilogie die Lebensgeschichten seiner Urgroßmutter Anna und deren Schwestern. Dabei ist viel über das späte 19. und das frühe 20. Jahrhundert zu erfahren.

Bauerntochter Anna wuchs in Armut auf dem Hotzenwald auf, ging als Dienstmädchen nach Basel, heiratete und brachte fünf Kinder zur Welt. Im dritten Band ‚Hotzenwälder Anna in Lörrach‘ schildert Mehlin, wie sie nach dem Ersten Weltkrieg mit ihrer Familie aus der Schweiz ausgewiesen wurde und nach Lörrach kam. Er erzählt lebendig und anschaulich, streut in den Dialogen auch Dialekt mit ein. Besonders die feinen Unterschiede zwischen der Sprache der ländlichen Bevölkerung des Hotzenwalds und der städtischen Bevölkerung Basels oder Lörrachs sind präzise herausgearbeitet.

Einführende Worte spricht der Präsident des Hebelbundes Volker Habermaier. Zu den Veranstaltungen des Hebelbundes im Dreiländermuseum wird kein Eintritt erhoben; um eine angemessene Spende wird gebeten. Die ‚Literarische Begegnung‘ klingt auf Einladung von Dreiländermuseum und Hebelbund mit einem Apéro aus.

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„Mit Hebel unterwegs…“ in Altweil

Am Sonntag, 22. September 2024, von 14.30 – 16.00 Uhr

Foto Prof. Schrade

Bei schönstem Wetter fand sich eine interessierte Schar am Lindenplatz vor der Dorfkirche in Weil ein. Über Johann Peter Hebel und Altweil gab es viel zu erzählen, vor allem über seine Beziehung und den Briefwechsel mit Gustave Fecht, welche hier zuhause war.
Inge Hemberger, die Vizepräsidentin des Hebelbundes, führte alle in die Kirche und zur Grabtafel aussen an der Kirchmauer, Helen Liebendörfer zeigte das Stapflehus und spazierte zum Pfarrhaus, wo Hebel einst Gustave Fecht jeweils besucht hatte. Jede Station wurde ergänzt mit einem passenden Brief von Hebel an seine Gustave. Zum Schluss plauderten und diskutierten alle bei einem Glas Weisswein und Gugelhopf unter den Bäumen beim Pfarrhausgarten.

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Der Hebelbund ist geehrt, die Hebeldankträgerin 2024 bekannt geben zu können:
Christa Heimann-Buß.

Verleihung des Hebeldanks 2024 an die Autorin Christa Heimann-Buß.

Der Hebelbund Lörrach e.V. verleiht in diesem Jahr seinen Hebeldank an die Autorin Christa Heimann-Buß aus Kandern. Frau Heimann-Buß hat sich in vielfältiger Weise um die südbadische Heimat, ihre Sprache und ihre Kultur verdient gemacht. Die Verleihung findet im Rahmen des „Schatzkästleins“ am 21. April 2024 um 11:30 im Dreiländermuseum statt. Die Laudatio hält der Präsident des Hebelbundes Volker Habermaier.

Photographin: Franziska Heimann

Christa Heimann-Buß, 1946 im Markgräflerland geboren, schreibt seit vielen Jahren wie Johann Peter Hebel sowohl in alemannischer Mundart als auch in der Standardsprache. Gedichte, Kurzprosa und Theaterstücke zählen zu ihrem Werk. Heimann-Buß ist auch als Organisatorin von Mundartveranstaltungen hervorgetreten, so etwa seit 2020 als „Hebelvögtin“, als Vorsitzende der Hebelfreunde Hertingen. Dabei tritt sie gern in der Tracht einer Markgräflerin auf, singt Lieder – zwei Jahrzehnte lang mit Werner Wißner und Hansfrieder Geugelin als „Trio Blauewind“ – und trägt eigene Texte vor.

Der Ehrenpreis des Hebelbundes wird seit 1949 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Vereinszweck in besonderer Weise verdient gemacht haben: nämlich die dauernde Würdigung Johann Peter Hebels und Pflege seiner Werke und Sprache für die gegenwärtige Zeit. Er besteht in einer bibliophil ausgestatteten Ausgabe von Hebels „Schatzkästlein“.

Autor Pierre Kretz erhält Johann-Peter-Hebel-Preis 2024

„Der Hebelbund freut sich, dass Pierre Kretz einen der wichtigsten Literaturpreise des Landes Baden-Württemberg erhalten hat. Wir gratulieren unserem Mitglied, dem Hebeldankträger 2019, herzlich und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Foto: Jean Louis Hess

Der im Elsass geborene Autor Pierre Kretz wird mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Der Preis ist erstmals mit 20.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre anlässlich des Geburtstags von Johann Peter Hebel (1760-1826) am 10. Mai im Rahmen des Hebelfestes in Hausen im Wiesental verliehen. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen in der Tradition des alemannischen Dichters der Aufklärung mit Bewusstsein für Tradition, regionale Sprache und Heimatverbundenheit. …

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Verleihung des Hebeldanks 2023 an den Lörracher und Weltenbürger
Klaus M. Leisinger / „Schatzkästlein“ im Dreiländermuseum

Lörrach. Der Hebelbund Lörrach e.V. verleiht in diesem Jahr seinen Hebeldank an den Soziologen und Ökonomen Prof. Dr. Klaus M. Leisinger für sein Wirken im Sinne eines Hebelschen Humanismus. Die Verleihung findet im Rahmen des „Schatzkästleins“ am 14. Mai 2023 um 11:30 im Dreiländermuseum statt. Die Laudatio hält der Präsident des Hebelbundes Volker Habermaier.Leisinger ist Gründer und Präsident der „Stiftung Globale Werte Allianz“, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse der Unternehmensethik und Theorie der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen die praktische Umsetzung global akzeptierter ethischer Werte und Normen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur Aufgabe macht. Leisinger widmet sich besonders der Entwicklungsarbeit, häufig auch im Auftrag internationaler Organisationen wie der Vereinten Nationen.

Obwohl – oder gerade deshalb – Weltenbürger, ist Leisinger zugleich bekennender Lörracher. Die Bedeutung, die Johann Peter Hebel für ihn hat, beschrieb er 2021 beim „Schatzkästlein“ so: Das bei Hebel „zum Ausdruck kommende Menschenbild und die innige Verbundenheit mit unserer Heimat ohne völkische Nebentöne widerspiegelt für mich das, was ich die alemannische Seele nenne – jene Seele, der ich mich im Tiefsten verwandt fühle.“ Und bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde einer britischen Universität zitierte Leisinger einige alemannische Verse aus „Der Wegweiser. Guter Rath zum Abschied“: „Und wenn de amme Chrüzweg stohsch, / Und nümme weisch, wo’s ane goht, / Halt still, und frog di Gwisse z’erst, / ’s cha dütsch, Gottlob, und folg si’m Roth.“

Der Ehrenpreis des Hebelbundes wird seit 1949 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Vereinszweck in besonderer Weise verdient gemacht haben: nämlich die dauernde Würdigung Johann Peter Hebels und Pflege seiner Werke und Sprache für die gegenwärtige Zeit. Er besteht in einer bibliophil ausgestatteten Ausgabe von Hebels „Schatzkästlein“.

Klaus M. Leisinger, Foto: Dejan Jovanovic

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